Historische Romane in der Liste der Bestseller

Nicht wenige historische Romane schaffen es unter die Spiegel Bestseller oder in eine andere Bestseller-Liste. Historisches zu lesen, historische Ereignisse oder geschichtliche Personen zu würdigen, ist nicht nur für Historiker interessant. Warum?

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Historische Romane sind informativ und hilfreich

Sicher entführt der historische Roman in vergangene Epochen, alte Zeiten, Kulturen, die untergingen. Das ist spannend. Ob Urzeit, Antike, Mittelalter, Neuzeit: Jede Zeit bietet Stoff für den Geschichtsroman. Die Vergangenheit fasziniert die Gegenwart, die sich schneller und schneller dreht. Gute historische Romane informieren nicht nur über einen historischen Hintergrund von Kulturen, sondern helfen auch, den eigenen Standort in der Geschichte zu bestimmen.

Ob als Bücher, Taschenbücher, Hörbuch oder E-Book: Historische Romane vertiefen trockenen Geschichtsunterricht, erzählen Geschichte und gewähren Einblicke in historische Lebensräume. In der Vergangenheit recherchieren Autoren wie Rebecca Gablé, Iny Lorentz, Ken Follett, Titus Müller, Wolf Serno, Tanja Kinkel, Diana Gabaldon, Andrea Schacht, Ulrike Schweikert ... Natürlich sind ihre historischen Romane und Neuerscheinungen Fiktion, doch immer auf der Basis geschichtlicher Recherche in Archiven oder wissenschaftlichen Werken.

Historie in Romanform: eine hohe Kunst

Nur auf Basis der Geschichtsforschung erscheinen vergangene Milieus authentisch. Autoren für historische Bücher schreiben dann gut, wenn es ihnen gelingt, die Mentalität der Menschen von damals etwa durch Anachronismen einzufangen. Das ist eine hohe Kunst. Ohne wissenschaftliche Vorbereitung ist die Geschichte nicht in Romanform zu bringen.

Hier liegt der Unterschied zum Gesellschaftsroman, der zwar auch in der Historie spielen kann, aber noch mit der persönlichen Lebenserfahrung des Autors verbunden ist. Hierfür braucht es keine historische Recherche. Klassische historische Romane spielen im Gegensatz dazu meist im Mittelalter, jedenfalls in einer abgeschlossenen geschichtlichen Epoche. Ziel des Romantyps historischer Roman ist die Verlebendigung der Vergangenheit. Die Geschichtsschreiber liefern die Fakten, die der Schriftsteller mit Leben füllt.

Allerdings deuten manche Schriftsteller die historischen Fakten. Sie verleihen ihnen einen Sinn oder stellen ihre moralischen Folgen dar. Deshalb wandeln sie manche historischen Tatsachen um. So fühlt sich der ein oder andere Schriftsteller nicht an die reale historische Persönlichkeit beispielsweise eines bestimmten Kaisers gebunden, wichtig ist ihm allein die zu vermittelnde Idee. In diesem Fall verlebendigt der Autor Geschichte nicht nur, sondern interpretiert sie.

Historische Romane historisch betrachtet

Benedikte Naubert (1752 bis 1819), eine Deutsche, schrieb die ersten historischen Romane. Sie inspirierte Walter Scott, der unberechtigt als Begründer des Genres gilt. Es war die Zeit der Romantik, als in Europa das Interesse an der Geschichte erwachte. In Frankreich verbreitete Victor Hugo mit dem Glöckner von Notre Dame die Literaturgattung. Bekannte Bestsellerautoren des historischen Buches waren Balzac, de Vigny und Mérimée in Frankreich, Manzoni in Italien, Puschkin und Tolstoi in Russland, Stifter und Fontane im deutschen Sprachraum. In Nordamerika wurde Coopers Lederstrumpf-Saga zum bekannten historischen Roman. Manche Autoren des 19. Jahrhunderts wollten mit ihren Historien das Nationalgefühl des eigenen Volkes fördern. Das erreichten sie, indem sie den historischen Roman für breite Massen schrieben und die Übergänge zur Unterhaltungsliteratur fließend gestalteten. Erst im 20. Jahrhundert bemühten sich Autoren wie Lion Feuchtwanger, Leo Perutz, Heinrich Mann oder Alfred Döblin erneut um künstlerisch hochstehende historische Romane.

Themen und Meilensteine des historischen Buches

Gern gewählte Themen für einen historischen Roman sind die Völkerwanderung, der Vatikan, die Wikinger, die Kelten, die Germanen, der 30-jährige Krieg, die Templer, Schlachten, die Steinzeit, Rom und die Römerzeit, die Pest, Piraten, der Hundertjährige Krieg, das Osmanische Reich, die Französische Revolution, die Zeit Napoleons, die Medici, die Zeit Ludwig XVI., die Kreuzzüge, der amerikanische Bürgerkrieg, die Hexenverfolgung und viele mehr.

Meilensteine des Romans zur Geschichte sind Bücher wie Waverley von Sir Walter Scott (1814), Lichtenstein von Wilhelm Hauff (1826), Die Brautleute von Alessandro Manzoni (1842), Die drei Musketiere von Alexandre Dumas (1843), Der Graf von Monte Christo von Alexandre Dumas (1845), Witiko von Adalbert Stifter (1867), Krieg und Frieden von Leo Tolstoi (1868), Ein Kampf um Rom von Felix Dahn (1876), Jürg Jenatsch von Conrad Ferdinand Meyer (1876), Ben Hur von Lew Wallace (1880), Quo Vadis von Henryk Sienkiewicz (1895), Der feurige Engel von Waleri Brjussow (1908), Die vierzig Tage des Musa Dagh von Franz Werfel (1933), Lotte in Weimar von Thomas Mann (1939), Sinuhe der Ägypter von Mika Waltari (1949), Die Ärztin von Lakros von Waldtraut Lewin (1977), Der Name der Rose von Umberto Eco (1980), Der Medicus von Noah Gordon (1986), Die Päpstin von Donna Woolfolk Cross (1996), Die Lagune der Galeeren von Rainer M. Schröder (2004), Der Marsch von E. L. Doctorow (2005), Die Dynastie der Palaiologen von Giorgos Leonardos (2009).

Nicht jeden dieser geschichtlichen Romane muss man gelesen haben, aber wir von Jokers bieten Ihnen eine große Vorratskammer historischer Perlen der Literatur: Greifen Sie zu und erweitern Sie entspannt ihr Wissen zur Geschichte!