Joseph Cotten

Seine Rolle in "Der dritte Mann" (1949) brachte Joseph Cotten (1905-1994) bereits den Höhepunkt einer Filmkarriere, die an der Seite seines Freundes Orson Welles mit "Citizen Kane" begonnen hatte, wo er so etwas wie das Gewissen des Medien- Tycoons ist. Wieder Welles bot ihm mit der Rolle des Erfinders und Industriellen in der Familiensaga "Der Glanz des Hauses Ambersons" (1942) seine schönste Rolle. Der stets steif, trocken, zugeknöpft bis obenhin wirkende Cotten, entgegen seinem Auftreten kein Engländer, sondern aus Virginia stammend, war der mörderische Onkel in Alfred Hitchcocks "Im Schatten des Zweifels", der ruhige Rivale von Gregory Peck in dem Western "Duell in der Sonne" und der Psychopath, der seine Ehefrau Marilyn Monroe in "Niagara" vor den Wasserfällen umbringt. Cotten trat in fast allen Welles-Filmen, teils nur sekundenlang, und in zahllosen TV-Arbeiten auf, wirkte als Gaststar in Ensemblefilmen mit und war selbst in solchen Kuriosa wie den japanischen SF-Filmen der 60er-Jahre ("U 4000 - Panik unter dem Ozean") und in Italo-Western ("Die Grausamen) zu sehen. Eine seiner letzten Rollen war der Reverend in Michael Ciminos Meister-Western "Heaven's Gate" (1980). 1986 erschienen seine Memoiren.

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