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Die Erfindung des Countdowns

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Über menschliche Sehnsüchte und Verfehlungen
Das ganz und gar unwahrscheinliche und doch wahre Leben des Physikers Hermann Oberth
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Über menschliche Sehnsüchte und Verfehlungen
Das ganz und gar unwahrscheinliche und doch wahre Leben des Physikers Hermann Oberth
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Erschienen am 18.09.2020
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Kommentare zu "Die Erfindung des Countdowns"
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  • 5 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Elke S., 29.09.2020 bei Weltbild bewertet

    Eine Idee in die Welt setzen und die Verantwortung dafür tragen

    „Wie konnte etwas, das die Wissenschaft, die pure Vernunft, erschaffen hatte, solch eine barbarische Wirkung entfalten? Mit einem Bein ging man einen Schritt vorwärts, mit dem anderen einen zurück. Ein Spagat, der die Menschen zerrissen hatte.“

    Hermann Julius Oberth, der österreich-ungarisch-deutsche Physiker und Raketenpionier, der als einer der Begründer der wissenschaftlichen Raketentechnik und Astronautik sowie als prophetischer Initiator der Raumfahrt und der Weltraummedizin gilt, war mir bisher völlig unbekannt. Daniel Mellim ist es mit diesem unterhaltsamen historischen Roman gelungen, mir eine Vorstellung, von diesem in seiner Welt gefangenen Wissenschaftler zu geben.


    »Kann man da hinfahren?«, fragte er. »Wenn man will, dann kann man alles«, sagte der Vater.“


    Seit dem ersten Blick durch Vaters Teleskop auf den Mond geht dem kleinen Hermann dieser Traum nicht mehr aus dem Kopf. Wird er ihn verwirklichen können?

    Als Leser lernt man den kleinen Hermann samt seiner Familie als tagträumenden, Jules Verne verehrenden Jungen kennen, der die Erwartungen seines Vaters nicht erfüllen kann. Der ist leidenschaftlicher Arzt, hofft eigentlich darauf, dass sein erstgeborener Sohn in seine Fußstapfen tritt und hat daher keinerlei Verständnis für dessen Träumereien. Zudem steht er stets im Schatten seines Bruders Adolf, der als Musiker mit seinem sonnigen Gemüt alle verzaubern kann. Vom Vater gedrängt und wenig begeistert tritt er eine Stelle als Assistenzarzt an, bastelt und entwirft aber im Geheimen fortdauernd weiter an seinen Raketenentwürfen. Während des Ersten Weltkriegs, in dem er an vorderster Front so viel Leid ertragen muss, selbst schwer verwundet wird und auch seinen Bruder verliert, wächst in ihm der Wunsch, den Krieg möglichst schnell zu beenden, „Nicht mit Schwarzpulver, wie die, die im Mittelalter aus China kamen. Nein. Meine Rakete wird mit Flüssigkeiten betankt. Am besten mit wasserhaltigem Alkohol und gekühltem Sauerstoff. Dadurch kann sie sehr schnell große Distanzen überbrücken. Wenn man sie zum Beispiel mit Sprengstoff bestückt, kann sie feindliche Regierungen direkt bedrohen und Rüstungsanlagen angreifen. Insofern meine ich, kann sie den Krieg entscheiden.« Die Reise zum Mond, für Frieden oder gar für einen Kriegsgewinn Deutschlands sorgen, was ist nun sein vorrangiges Ziel? Dass diese Frage alles andere als einfach zu beantworten ist, eine Antwort phasenweise auch wechselt und sicher alles zusammenspielt, erfährt man anschließend in dem man ihn bei seinem weiteren Werdegang begleitet, von dem ich gar nicht mehr so viel verraten will. Vielleicht noch so viel, er stellt sich dem Vater, studiert Physik, heiratet, wird Vater und experimentiert, oft mit schweren Rückschlägen und Pannen weiter. Um eine Anerkennung unter den Wissenschaftlern ringt er trotz fundierter Arbeiten, »Was Sie hier vorlegen, ist eine gründlich ausgearbeitete Theorie.«vergeblich und für ihn, für den Lachen ein Fremdwort ist, gilt es viele Demütigungen und Niederlagen hinzunehmen. Wird er oder werden andere die Lorbeeren für die erste Rakete einheimsen?

    »Ist das dein Ernst? Eine Waffe.« »Das ist doch nichts Neues. Darüber habe ich schon öfter nachgedacht, doch schon damals im Krieg.« »Richtig, im Krieg! Nicht im Frieden!« »Ich habe diese Idee in die Welt gesetzt und damit auch eine Verantwortung dafür!« »Und so nimmst du die Verantwortung wahr?!« Tilla war außer sich. »Das liest sich, als wünschst du dir den Krieg zurück! Ganze Großstädte mit der Rakete zerstören! Wünschst du dir das für deine Kinder?«


    Während man seinen Weg als Wissenschaftler verfolgen darf, muss man sich oft die Frage stellen, wie weit darf Wissenschaft gehen? Da mir der verschrobene, ehrgeizige, sozial gehemmte Wissenschaftler, der nicht über den Tellerrand blickt und in seiner eigenen Welt so gefangen ist, durchaus sympathisch war, ist es mir sehr schwer gefallen, hier ein eindeutiges Urteil zu fällen, auch wenn es klar heißen hätte müssen, einem Hitler und den Nationalsozialisten eine Vernichtungswaffe in die Hand geben zu wollen, ist ein absolutes No Go. Den emotionalen Bezug, den der Autor mit der Beschreibung der Kindheit, in der mir Hermann oft schmerzlich leid getan hat, auch seinen unbeholfenen Annäherungsversuchen an Ehefrau Tilla, selbst nach der Hochzeit noch, hat der Autor bei mir eine emotionale Beziehung geschaffen, die mich stets das Gute in ihm suchen hat lassen. Die dargestellte Engstirnigkeit, das Gefangensein in seinen Träumereien hat ihr übriges dazu getan, ihm keine Schuld geben zu wollen. Damit hat mich der Autor oft ins Grübeln gebracht und ans Buch gefesselt, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Auch mit vielen weiteren Beschreibungen konnte mich der Autor gefühlsmäßig einnehmen, sei es wenn es für Hermann Oberth wieder einmal gilt, mit seiner Dissertation an der falschen Stelle zu klopfen, „Der Professor las die Zusammenfassung auf der ersten Seite, nickte unablässig, sah schließlich fröhlich auf. »Was für ein Quatsch!« oder er bei seinem Sohn Julius die selben Fehler macht, wie sein Vater bei ihm, und dessen Träume mit einem »Eigentlich ist die Malerei in Zeiten der Fotografie überflüssig«, erklärte er, »trotzdem ist das natürlich eine schöne Beschäftigung. Wenn man auf Details achtet, lernt man, wie die Dinge funktionieren.“ kommentiert oder es heißt, „Hermann erklärte ihm, so gut wie die Druckmaschinen könne man das ohnehin nicht hinbekommen, ob er sich nicht eine andere Beschäftigung suchen wolle. Julius sagte nichts und verschwand mit den Zeichnungen in seinem Zimmer.“ Der lockere Schreibstil des Autors sorgt ür gelungene Unterhaltung, bei der auch immer wieder einmal geschmunzelt werden darf. Da kann es dann schon mal heißen,
    „Hermann zögerte. »Unsere Spaziergänge«, sagte er dann. »Die habe ich wirklich vermisst.« »Ach, du meinst den vor zwei Wochen?« oder es kommt von Tilla eine solch konkrete Ansage, wie, »Auch der Starrsinn ist ein Zeichen des Alters. Wobei, so gesehen bist du schon immer ein Greis gewesen.«


    »Kann man das Interview zurückziehen?« »Aber warum denn?« »Ich bin mit meinen Antworten nicht ganz zufrieden.« »Aber die waren doch hervorragend.« »Der Reporter hat gelacht.« Eine Szene, die so typisch für Hermann Oberth ist. Der verschrobene Wissenschaftler ist in seiner Ambivalenz, in seiner sozialen Gehemmtheit, seinem Ehrgeiz und seinem Lechzen nach Anerkennung in meinen Augen grandios gezeichnet. Toll getroffen hat der Autor auch seine Ehefrau, für die sicher in ihrem Leben nicht nur einmal galt, „Zurück im Schlafzimmer knarrte die Tür. Tilla wachte auf und fluchte. Ob die Rakete endlich fertig sei? Sie wolle ihn gern auf den Mond schießen.“, die ihm aber lange jegliche Unterstützung teil werden hat lassen und mit ihrem sonnigen Gemüt für ein wenig Familie gesorgt hat. Auch alle anderen Nebendarsteller, beim Vater mit seinen großen Erwartungen angefangen, über Sohn Julius, der irgendwann lernt seinem Vater, vielleicht auch der Mutter zuliebe, Paroli zu bieten bis hin zu von Braun, dem Wissenschaftler, der als kleiner Helfer bei ihm seine Anfänge nimmt.


    „Als Siebenbürger Sachse hatte er um seine Identität als Deutscher gerungen, er hatte mit den Nazis sympathisiert, hatte sich auch antisemitisch geäußert ja, er hatte sogar Hitler persönlich seine Rakete als Waffe angeboten. Seine Idee war nicht einfach missbraucht worden– er selbst hatte sie missbraucht.“ Mit diesem Zitat aus dem Nachwort des Autors möchte ich meine Buchbesprechung enden. Mir hat sein Roman, in dem er eine gelungene Vorstellung von Hermann Oberth schafft, sehr gut gefallen und deshalb gibt es auch auf jeden Fall noch fünf Sterne.

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