Der Zopf meiner Großmutter

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Meine Großmutter, mein Großvater, seine Geliebte und ich.

"Ich kann mich genau an den Moment erinnern, als mein Großvater sich verliebte. Es war klar, dass die Großmutter nichts davon mitkriegen sollte. Sie hatte schon bei geringeren Anlässen gedroht,...
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Meine Großmutter, mein Großvater, seine Geliebte und ich.

"Ich kann mich genau an den Moment erinnern, als mein Großvater sich verliebte. Es war klar, dass die Großmutter nichts davon mitkriegen sollte. Sie hatte schon bei geringeren Anlässen gedroht,...

Kommentare zu "Der Zopf meiner Großmutter"

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Alle Kommentare
  • 5 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Herbstrose, 02.05.2019

    In Deutschland ist es auch nicht besser als in Russland, stellt Großmutter nach ihrer durch einen Trick erschlichenen Aussiedlung fest. Jetzt leben sie umgeben von Juden im Wohnheim und sind auf deutsche Almosen angewiesen. Auch die deutschen Ärzte sind unfähig, können sie doch keine der vielen Krankheiten feststellen, die Mäxchen, ihr sechsjähriger Enkel, ihrer Meinung nach hat. Er ist zurückgeblieben, ein schwacher Krüppel und debiler Idiot, den sie ständig von Keimen, Bakterien und anderen schädlichen Einflüssen fernhalten muss meint Großmutter, und dessen Magen nur von ihr selbst zubereitetes Püriertes verträgt. Für Max wird die Situation erst etwas besser, als sie die Klavierlehrerin Nina mit ihrer Tochter Vera kennen lernen. Großvater verliebt sich auf den ersten Blick in Nina und beginnt, als er ihr auf Großmutters Befehl beim Umzug helfen muss, ein Verhältnis mit ihr. Da Großmutter ihre einzige Aufgabe darin sieht, sich um ihren Enkel zu kümmern, merkt sie zunächst nicht, was um sie herum vorgeht …

    Alina Bronsky (der Name ist ein Pseudonym) wurde 1978 in Jekaterinburg, dem damaligen Swerdlowsk in der UdSSR, geboren. Als sie 12 Jahre alt war, wanderte ihre Familie nach Deutschland aus. Sie arbeitete später als Werbetexterin und Redakteurin beim Darmstädter Echo, nachdem sei ein begonnenes Medizinstudium abgebrochen hatte. Alina Bronsky ist Mutter von vier Kindern. Der Vater ihrer ersten drei Kinder verunglückte 2012 tödlich in den Walliser Alpen. Heute lebt sie mit dem Theater- und Filmschauspieler Ulrich Noethen, von dem sie eine Tochter hat, in Berlin-Charlottenburg.

    Ein Feuerwerk aus ätzendem Humor und tragisch-komischen Ereignissen hat die Autorin mit diesem Buch abgeliefert. Sie lässt Max, der im Laufe der Geschichte vom Sechsjährigen zum Teenager heranreift, selbst erzählen. Dabei wird klar, dass der Junge keineswegs geistig behindert ist und einen sehr klaren, wachen Verstand hat. Messerscharf erfasst er das Geschehen und erzählt altersgerecht, oftmals kritisch und anklagend, meist aber voller Verständnis und mit liebevollen Gefühlen für die Großeltern. Auch die Großmutter hat ein Herz, auch wenn sie gründlich versucht, es unter einer harten Schale zu verbergen.

    Sehr wohltuend ist auch zu vermerken, dass nur wenige Protagonisten in die Geschichte eingebunden sind. Dadurch lässt sich das Buch zügig lesen und man verliert nie den Überblick: Großmutter, die den Eindruck einer bösartigen alten Frau erweckt, sich aber im Verborgenen äußerst hilfsbereit zeigt – Großvater, der zu Hause nur nickt oder den Kopf schüttelt, da er es längst aufgegeben hat, gegen seine Frau aufzumucken, außer Haus aber ganz andere Seiten zeigt – Max, an dem glücklicherweise die verächtlichen Worte der Großmutter abprallen und der trotzdem liebevoll von ihr spricht – Nina, die anfangs recht unsichere alleinlebende Frau mit Kind, die aber zu einer selbstsicheren Frau heranreift – und Vera, ihre Tochter, die sich vom bösen kleinen Mädchen zum netten Teenager wandelt.

    Fazit: Eine außergewöhnliche Geschichte, die von absurder Situationskomik lebt, die aber dennoch berührt und nachdenklich macht und die ich gerne weiter empfehle!

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    janein
  • 4 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Beust, 03.06.2019

    Margarita Iwanowna hat es nicht leicht: Sie ist in einer deutschen Kleinstadt als russischer Kontingentsflüchtling gelandet, hat einen schweigsamen, fleißigen Mann und einen debilen, dem Tode nahen Enkelsohn, dessen schwacher Metabolismus jeden Augenblick den gefährlichen Keimen in Speiseeis, auf Kofferaußenseiten oder in Weihnachtskalenderschokolade erliegen könnte. Sie opfert sich lautstark, märtyrerhaft und unter Aufbringung aller russischen Raffinesse auf, um ihrem Enkel ein Überleben und ihrem Mann Tschingis ein menschenwürdiges Leben zu sichern.

    Margarita sähe es vielleicht so. Aber der Roman ist aus er Sicht des Enkels Maxim erzählt, der sich auf 214 Seiten und über einige Jahre von der tyrannischen Umklammerung der Großmutter befreit und alles andere als debil, sondern sehr hellsichtig, die Affäre des Großvaters mit Nina kommen sieht, aus der ein Kind hervorgeht, das wie der Großvater Tschingis heißt und vom Tag seiner Geburt an der Onkel des Erzählers ist. Dieser skurrile Gedanke einer Patchworkfamilie wider Willen, die die Generationen durcheinanderwürfelt, ist beispielhaft für die ungewöhnlichen Einfälle der Autorin, für die im familiären Miteinander auftretenden Details des Mit- und Gegeneinanders.

    Hauptfigur, ja: Fixstern des Romans ist die Großmutter, deren despotischer Irrsinn die Familie auf Trab hält und den Text mit grotesken Situationen, Sätzen und Überraschungen würzt. Margarita hat nicht nur einen Fimmel, sondern ausgewachsene Defekte, die sie an ihrem passiven Mann und dem anfänglich wehrlosen Enkel auslässt. Margarita ist zwar für den einen oder anderen Lacher gut, aber völlig ungeeignet, sich an ihr zu wärmen. Dass hinter ihrem Kontrollwahn eine tragische Geschichte steht, durchzieht den Text bis an sein Ende, versöhnt aber nicht mit der Übergriffigkeit der russischen Radauschwester.

    Schnell ist klar: Es geht in dem Roman nicht um die Glaubwürdigkeit der Gesamtgeschichte oder ihrer Einzelteile, dafür sind die Elemente der Geschichte und die Personen zu stark überzeichnet. Vielmehr zeigt sich der Schmerz und die Liebe zum Kind im gegensätzlichen Verhalten der Großmutter, entwickelt sich ein Verständnis für die durchgebrannten Sicherungen der Alten zusammen mit der Emanzipation des erzählenden Enkels. Dann ist der Roman witzig, unterhaltsam und tragikomisch - und darin ein wortwitziger Genuss.

    Gegen Margarita können die anderen Figuren nicht ankommen - und das ist schade. Nina Tochter Vera bleibt blass, Nina desgleichen, und die oft erwähnte Alterslosigkeit des Großvaters korrespondiert mit seiner nicht stattfindenden Entwicklung.

    Noch problematischer empfand ich den Verlauf der Handlung, die gerade im ersten Drittel zugunsten der großmütterlichen Grotesken stark abnimmt und weniger durch Bewegung als durch Beschreibung in das Figurenleben einführt. Erst mit des kleinen Tschingis Geburt nimmt die Handlung wieder Fahrt auf, um sich zum Ende hin in ein abnormes Tempo zu steigern, bei dem man sich eigentlich gewünscht hätte, dass die Autorin sich mehr Zeit gelassen hätte.

    Vor allem ist der Roman eine vergnügliche Lektüre mit einigen tiefen Einblicken in den Menschen hinter dem Wahnsinn.

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    janein

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