Der eiserne Sommer, Angelika Felenda

Der eiserne Sommer

Reitmeyers erster Fall. Kriminalroman

Angelika Felenda

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Juni 1914: Zwei Schüsse fallen in Sarajewo, und die Welt rückt an den Abgrund. Franz Ferdinand, der Thronfolger Österreich-Ungarns, ist tot. Zur gleichen Zeit steht Kommissär Reitmeyer in München vor einer schwierigen Entscheidung. Er hat es satt,...

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Kommentare zu "Der eiserne Sommer"

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  • 4 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Thomas J., 30.08.2014

    Ich bin zwiegespalten bei diesem Buch, auf der einen Seite die doch sehr schöne Schreibweise, auf der anderen Seite jedoch die vielen Figuren und „Nebenkriegsschauplätze“ die es dann doch wieder schwierig machen das Buch zu einem Lesegenuss werden zu lassen.
    Die Ermittler sind durchwegs sehr plastisch beschrieben und wirken auf mich sehr glaubhaft. Auch die zweite Erzählebene, das Tagebuch, gefallen mir persönlich recht gut, auch in der Schreibweise.
    Schwierig wird es dann allerdings bei den Nebenschauplätzen, die etwas zu gewollt wirken und mir so doch etwas den Lesespass genommen haben. Dennoch, wenn man diese Nebenschauplätze etwas ausblendet, ist es doch eine sehr interessante und spannende Story. Es ist der Autorin sehr gut gelungen die Atmosphäre der damaligen Zeit mit ihrer Obrigkeitshörigkeit einzufangen.
    Aus meiner Sicht ist das Buch für 3,5 von 4 Sternen gut.

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    janein
  • 4 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    miss.mesmerized, 11.08.2014

    Angelika Felenda hat mit dem ersten Fall für Sebastian Reitmeyer einen spannenden Krimi vorgelegt, der geschickt in die Ereignisse kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges eingeflochten wurde. Der Protagonist ist hartnäckig als Ermittler, umsichtig als Mensch und verschiedenen Facetten gezeichnet, die ihn zu einer interessanten Figur machen, die den Roman trägt. Aber auch die Nebenfiguren, der Azubi Rattler oder auch die Ärztin Caroline, bestechen durch unterhaltsame Charakterzüge und verleihen dem Krimi eine für das Genre nicht immer gegebene Tiefe. Der Fall selbst bietet viele Schleifen und unterschiedliche Spuren und wird schließlich sauber und glaubwürdig gelöst. Besonders positiv aufgefallen ist mir die sprachliche Gestaltung, die mir durchgängig glaubhaft für die dargestellte Zeit erscheint.

    Insgesamt: spannende Unterhaltung mit interessanten Figuren.

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    gagamaus, 27.03.2015

    Der eiserne Sommer ist der erste Band einer Reihe um den Kommissär Sebastian Reitmeyer. Zeit und Ort der Handlung sind München im Jahr 1914, kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges, just an dem Tag, als der Thronfolger in Sarajewo erschossen wird. Schnell ist man in der damligen Zeit drinnen. Man spürt bereits erste anti-semitische Züge und Reitmeyer, der Kommisär soll einen Bericht schreiben, dass sich die Verbrechen mehren, wo dem doch gar nicht so ist. Er ist also bereits in einer politischen Zwickmühle, als er erfährt, dass an der Ludwigsbrücke ein Toter liegt. Es war wohl einer, der nach Amerika auswandern wollte und dem jemand etwas in seinen Schnaps getan hat, beovr er ihm draußen aufgelauert und ihn ermordet hat.
    Aber davon weiß Reitmeyer erst mal noch nichts, sieht doch alles nach einem Unfall aus. Erst im Laufe der Ermittllungen wird klar, dass es wohl um den Tatbestand der gleichgeschlechtlichen Unzucht geht. Denn damals war Homosexualität noch strafbar. Ich wusste das zwar, aber erst mit diesem Buch wurde es mir wieder richtig bewusst. Reitmeyer, der von Hause aus nicht ganz mit der Denkweise seiner Vorgesetzten konform geht. bekommt bald noch mehr Schwierigkeiten, da seine Nachforschungen bald auch in militärischen Kreisen ankommen und man sich dort auf den Schlips getreten fühlt und Homosexualität bei der Armee noch schlechter akzeptiert wird als andernorts.

    Mir hat die Geschichte wirklich gut gefallen. Der Autor schafft es gut, das Gleichgewicht zwischen Kriminalroman und Historischem Beiwerk auszupegeln, so dass man einiges aus der damaligen Zeit erfährt aber dennoch der Krimihandlung gerne folgt und gespannt ist, wie Reitmeyer sich zwischen den Fronten gewegt. Er ist gar nicht ungeschickt darin, weiter nach der Wahrheit zu suchen und es dennoch seinem Chef recht zu machen und niemand zu sehr blosszustellen. Das hat ihn mir sehr symphatisch gemacht. Auch ist er kein gebrochener Charakter, wie so oft in Krimis. Was aber noch kommen kann, da ja der Krieg bevorsteht. Ein Plus für mich war, dass ich die meisten Orte der Handlung persönlich kannte und vor meinem Auge deshalb das Kopfkino besonders gut funktioniert hat.

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    janein
  • 4 Sterne

    0 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    wusl, 14.12.2014

    Als Fan von Autoren wie Rademacher und Kutscher wurde ich schnell aufmerksam auf dieses Buch - auch wenn dieser Kommissär ein paar Jährchen früher ermittelt als die Protagonisten der anderen Schreiber. Aber es ist die Zeit vor und in einem Weltkrieg in Deutschland, die mich immer sehr interessiert. Und ich habe über 30 Jahre in München gelebt, was die Sache noch spannender macht.

    Kommissär Reitmeyer war mir gleich sympathisch. Er hat bereits das etwas Bärbeißige des typischen Münchners ist aber schlau genug, um an passender Stelle auch mal nachzugeben und mit seiner Meinung so lange hinter dem Berg zu halten, bis er sich sicher ist, dass er richtig liegt. Und ganz leicht und harmonisch wird in den Gesprächen der bayerische Dialekt angedeutet ohne zu drastisch zu werden. Sehr angenehm zu lesen.

    1914 ist es und die Schüsse in Sarajewo geben bereits Anlass zum Überdenken der politischen Situation in Europa. Am Himmel dräut der erste Weltkrieg. Aber Reitmeyer (der Name erinnert mich sehr an einen bekannten Münchener Tatort-Kommissar) hat andere Sorgen. Der junge Kommissar ermittelt mit Ausdauer und Fingerspitzengefühl zwischen allen Stühlen. Sein Vorgesetzter legt ihm ständig neue Fesseln an und verlangt zusätzliche Arbeiten, die seine Konzentration schwächen. Das Militär scheint involviert und verbietet sich vehement Ermittlungen in seinen Reihen. Und es bleibt nicht der einzige Tote der in der bayerischen Landeshauptstadt gefunden wird. Und ganz nebenbei geht es auch noch in ein zur damaligen Zeit ganz verschwiegenes Milieu, nämlich dass der Homosexuellen, die damals ja noch verfolgt und mit Strafen bedroht wurden.

    Der Autor hat durchaus Potential. Die Personen sind facettenreich geschildert. Reitmeyer darf vielleicht noch etwas mehr Ecken und Kanten bekommen, aber das Setting und die Zeit wurden hervorragend rübergebracht. Sehr treffend fand ich auch den Titel und die Buchgestaltung. In seiner Größe ist es etwas unhandlich für ein Taschenbuch aber das scheint ja jetzt Zeitgeist und als Buchformat in zu sein.

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    janein
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