Das Haus am Kanal

Roman

Georges Simenon

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Die sechzehnjährige Edmée muss nach dem Tod des Vaters Brüssel verlassen und zu ihren Verwandten in die flämische Provinz ziehen. Schnell stellt sich heraus, dass das Mädchen aus der Stadt andere Vorstellungen vom Leben hat als die konservativen...

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Kommentare zu "Das Haus am Kanal"

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  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    yellowdog, 04.07.2019

    Ein interessantes Buch des Maigret-Autors, ganz ohne Maigret und ohne direkte Krimielemente. Die psychologische Figurenführung ist im Vordergrund.
    Nach dem Tod des Vaters muss die 16jährige Edmée von Brüssel zur ihrer Tante und ihrer Familie ziehen. Es ist ein ländlicher Raum, die Menschen dort bäurisch geprägt. Das Stadtmädchen wirkt wie ein Fremdkörper in dieser Umgebung.
    Zu ihren Verwandten hat sie kaum Bezug und sie will sich ihre Eigenschaften bewahren. Anstatt zu nähen und Hausarbeit interessiert sie sich für medizinische Bücher und hat den Wunsch Medizin zu studieren, was sich wohl kaum realisieren lässt.
    Mit ihrer Tante kann sie sich nicht verständigen. Die spricht nur Flämisch und sie nur Französisch. Bezugspunkt werden daher ihre Cousins. Eine unterschwellige Anspannung und latente Bedrohung stehen im Raum.
    Es gibt von Georges Simenon unglaublich starke Beschreibungen der Umgebung. Eine starke Atmosphäre entsteht.

    Der Roman ist von 1933, hat aber nichts Altmodisches an sich. Der Text hat in seiner Gesamtheit Gültigkeit.
    Ich persönlich bin bisher kein Simenon-Fan gewesen und war daher erstaunt, was für eine mächtige Wirkung das Buch auf mich hatte.

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    janein
  • 4 Sterne

    Cat83, 02.07.2019

    Düstere, aber mitreißende Atmosphäre

    Inhalt (Klappentext): Die sechzehnjährige Edmée muss nach dem Tod des Vaters Brüssel verlassen und zu ihren Verwandten in die flämische Provinz ziehen. Schnell stellt sich heraus, dass das Mädchen aus der Stadt andere Vorstellungen vom Leben hat als die konservativen Familienangehörigen. Edmée ist dominant, verwöhnt und sich ihrer Wirkung auf Männer sehr bewusst. Gleich zwei ihrer Cousins erliegen ihren Reizen und glauben, sie gehöre ihnen allein. Das führt zu Unmut unter den Männern der Familie. Als Edmée sich für einen der Cousins entscheidet, kann sie nicht ahnen, welche brutalen Folgen diese Entscheidung nach sich zieht.

    Bevor ich „Das Haus am Kanal“ gelesen habe, kannte ich fast ausschließlich Kriminalromane der Maigret-Reihe. Aus diesem Grund freute ich mich sehr auf das Buch und wurde auch nicht enttäuscht.

    Wie immer bei Simenon liest sich auch dieses Werk sehr gut. Die Sprache ist einfach aber eindringlich. Mit nur wenigen Worten eröffnen sich Atmosphären und Bilder und ziehen den Leser in die Geschichte hinein.

    Der Roman hat mich stark an die naturalistische Literatur erinnert. Die Szenerie, die Figuren, die Geschichte als solche, alles wirkt verkommen, verroht, degeneriert und hoffnungslos. Man kann regelrecht mit Edmée mitfühlen, die nun an einem Ort gelandet ist, der ihrer eigenen Welt so fremd ist. Dieses Mitgefühl nimmt aber nach und nach ab, da ihr eigenes Verhalten oft kalt und gefühllos wirkt. Wo die anderen außen hässlich und innen schön sind, verhält es sich bei ihr oft umgekehrt.

    Neben den Verwicklungen innerhalb der Familie geht es ebenso um das Thema Schuld und wie jeder einzelne damit umzugehen weiß.

    Die neue Ausgabe des Atlantik Verlags gefällt mir sehr gut. Cover und Schriftgröße sind meiner Meinung nach optimal gewählt. Ein schönes handliches Taschenbuch mit einem gut auf den Punkt gebrachten Nachwort von Karl-Heinz Ott - absolut empfehlenswert!

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    janein

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