Fährten legen - Spuren lesen


Die handschriftliche Künstlersignatur ist ein häufig auftretender, doch zu-meist buchstäblich an den Rand ge-drängter Gegenstand der bildenden Kunst. Karin Gludovatz rückt sie ins Zentrum und liest sie als Kommentar - zu Inhalten und Möglichkeiten der Bilderzählung, des künstlerischen Selbstverständnisses, der bildlichen Produktion und des Bildstatus. Die Signatur ist nie nur Autorschafts-nachweis, Faktor kunsthistorischer Kategorisierung oder fetischisierbare Abbreviatur des Künstlers. Sie kann Markierung, Spur, Siegel, Passage und Schwellenphänomen zugleich sein und ist multifunktional. Sie zieht ihr Potential aus dem spannungsreichen Verhältnis von Schrift und Bild, inso-fern sie sich bildlicher Illusion als Sujet einzufügen vermag, doch zugleich als Schrift gewissermaßen ein ,Realitäts-partikel' innerhalb der Bildfiktion bleibt. So führt sie ein Dasein in Ambi-valenz und entfaltet dabei im Kontext des Bildgefüges semantische Viel-schichtigkeit.


2012, 192 Seiten, 82 Schwarz-Weiß-Abbildungen, Maße: 15,9 x 23,8 cm, Kartoniert (TB), Deutsch Fink (Wilhelm)
ISBN-10: 3770543513
ISBN-13: 9783770543519

 

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