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Heimfahrt - An einen weisen Straßenbauer


Wie sich die Straße schwingt
in schönen Bögen den Hang
hinab und weit, weit
ins Tal des lichtgrünen Flusses!

Ein Weiser, so denke ich immer,
ein Kundiger müsse hier oben
die Arme gebreitet haben,
das Dunkel der Schluchten im Rücken,

den schrillen Lärm auch der Stadt,
Palaver der Zeitgenossen,
das Neueste aus aller Welt ,
– und plötzlich, vom Kamm des Hügels,

Weite und Licht vor den Augen,
hat er mit bloßem Finger
die Bögen ins Land gezeichnet
und sah sie schon weithin erglänzen

im Licht des Sommers, sah sie
als schimmerndes Band im Herbst,
als graue Ader im Regen,
und winters als weiße Bahn.

Für mich, du Weiser, du Kundiger,
führt sie ins Helle der Kindheit.
Du hast eine Straße gebaut
ganz tief in die Träume am Fluss,

weit in die Wälder, die wir
durchstreiften, vertraut mit allem
Getier, den Bäumen, den Freunden.
Du hast eine Straße gebaut,

auf der wir zurückkehren können
aus der Zerstreuung der Jahre,
zurück an das Feuer am Fluss,
darüber gesalzener Fisch.

Der Krieg war vorbei. Wir hatten
nur uns, den Fisch und das Brot,
das Glück in unseren Händen,
die Wälder, den Fluss, die Seen.

Du hast eine Straße gebaut,
auf der ich zurückkehren kann
ins Leben, zu Freunden, zu Fisch
und Brot. Wir teilen wie damals.



Stichworte:
Weisheit, Heimfahrt, Heimkehr, Straße
 
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