

Das wichtigste Kriterium für einen preiswürdigen Text.
Die Themenwahl, der Sprachstil oder auch die Form
eines Textes können originell sein. Originell heißt nicht
notwendigerweise witzig oder "nie dagewesen".
Gemeint sind Einfallsreichtum und Ursprünglichkeit.
Im Idealfall eröffnet der Text eine neue Perspektive
Die Themenwahl, der Sprachstil oder auch die Form
eines Textes können originell sein. Originell heißt nicht
notwendigerweise witzig oder "nie dagewesen".
Gemeint sind Einfallsreichtum und Ursprünglichkeit.
Im Idealfall eröffnet der Text eine neue Perspektive
auf ein Thema und hat eine ganz eigene Art von
Sprachlichkeit, die genau diesem Text/Autor
zuzuordnen ist, und die man sonst so nicht kennt.
Beipiele: Rilke - aber auch Bukowski (im Gegensatz
zu seinen zahllosen Epigonen).
Sprachlichkeit, die genau diesem Text/Autor
zuzuordnen ist, und die man sonst so nicht kennt.
Beipiele: Rilke - aber auch Bukowski (im Gegensatz
zu seinen zahllosen Epigonen).
Die Sprache ist das Material des Lyrikers. Wie gut
beherrscht er sein Handwerkszeug? Grammatika-
lische Fehler (z. B. Tempusänderungen, damit es sich
reimt) und andere "Reim-dich-oder-ich-beiß-dich"-
Zeilen sind ein absolutes Ausschlusskriterium.
Wie ausgearbeitet ist ein Text? Ist ein Bemühen um
lyrische Verdichtung zu erkennen? Kommt der Text auf
den Punkt oder missrät das Gedicht zur Schwafelei?
Ist ein Text bildhaft und - ganz wichtig - passen diese
Bilder auch zueinander und zum Thema? Wird ein
gewähltes Motiv den ganzen Text über durchgehalten?
Ächzt der Text unter Adjektivreihungen oder wird mit
aussagekräftigen Verben gearbeitet? Wie intensiv
wurde nach dem einen exakt passenden Wort
gesucht, das an dieser Stelle durch kein anderes
ersetzbar wäre? Werden die Wortwelten berücksichtigt
oder findet sich mitten im schönsten Liebeslied
plötzlich ein technischer Fachausdruck? (Kann man
beherrscht er sein Handwerkszeug? Grammatika-
lische Fehler (z. B. Tempusänderungen, damit es sich
reimt) und andere "Reim-dich-oder-ich-beiß-dich"-
Zeilen sind ein absolutes Ausschlusskriterium.
Wie ausgearbeitet ist ein Text? Ist ein Bemühen um
lyrische Verdichtung zu erkennen? Kommt der Text auf
den Punkt oder missrät das Gedicht zur Schwafelei?
Ist ein Text bildhaft und - ganz wichtig - passen diese
Bilder auch zueinander und zum Thema? Wird ein
gewähltes Motiv den ganzen Text über durchgehalten?
Ächzt der Text unter Adjektivreihungen oder wird mit
aussagekräftigen Verben gearbeitet? Wie intensiv
wurde nach dem einen exakt passenden Wort
gesucht, das an dieser Stelle durch kein anderes
ersetzbar wäre? Werden die Wortwelten berücksichtigt
oder findet sich mitten im schönsten Liebeslied
plötzlich ein technischer Fachausdruck? (Kann man
Bild: federleicht - (c) by Rainer Sturm / pixelio.deeine Systematik zu erkennen sein!) Last but not least:
Bleibt der Text sinnhaft und bringen die gewählten
Stilmittel Thema bzw. Aussage "zum Leuchten", oder
versumpft die Sprache in pseudo-lyrischer Beliebigkeit
der Bilder und Stilfiguren?
Nicht zu verwechseln mit dem Thema eines Textes.
Themen kehren in der Lyrik notwendigerweise wieder
oder ähneln sich. Aber auch zu Themen wie "Natur"
oder "Liebesleid" lassen sich neue, überraschende
Aussagen treffen. Preiswürdige Aussagen entstehen
oft durch unvermutete Wendungen im lyrischen
Themen kehren in der Lyrik notwendigerweise wieder
oder ähneln sich. Aber auch zu Themen wie "Natur"
oder "Liebesleid" lassen sich neue, überraschende
Aussagen treffen. Preiswürdige Aussagen entstehen
oft durch unvermutete Wendungen im lyrischen
Geschehen, neue Blickwinkel auf das Thema oder
eine ungewöhnliche Bildhaftigkeit. Alles, was man
schon 1000x gehört bzw. gelesen hat, was platt oder
klischeehaft wirkt, ist nicht preiswürdig. Ob man selbst
der Aussage des Textes zustimmt, ist letztlich
unerheblich für den "poetischen Wert" des Gedichts.
eine ungewöhnliche Bildhaftigkeit. Alles, was man
schon 1000x gehört bzw. gelesen hat, was platt oder
klischeehaft wirkt, ist nicht preiswürdig. Ob man selbst
der Aussage des Textes zustimmt, ist letztlich
unerheblich für den "poetischen Wert" des Gedichts.
Die poetische Form ist die Kleidung des lyrischen
Textes. Vom klassischen Sonett mit fünfhebigen
Jamben über den Limerick bis zum freien Vers und
konkreter Poesie ist alles drin. Wenn eine der vielen
klassischen Formen gewählt wird, sollte diese aber
auch durchgehalten werden: Ein halbes Terzett gibt es
nicht! Beim freien Vers ist der Rhythmus entscheidend:
hält der Text durch oder kommt irgendwann das große
Holpern und Stolpern? Vielleicht spielt der Text aber
auch mit unterschiedlichen Rhythmen - macht die
Rhythmisierung auch inhaltlich Sinn? Entscheidend
ist: Form und Inhalt eines Textes passen zueinander
und ergeben gemeinsam das berühmte "mehr als die
Summe seiner Teile".
Textes. Vom klassischen Sonett mit fünfhebigen
Jamben über den Limerick bis zum freien Vers und
konkreter Poesie ist alles drin. Wenn eine der vielen
klassischen Formen gewählt wird, sollte diese aber
auch durchgehalten werden: Ein halbes Terzett gibt es
nicht! Beim freien Vers ist der Rhythmus entscheidend:
hält der Text durch oder kommt irgendwann das große
Holpern und Stolpern? Vielleicht spielt der Text aber
auch mit unterschiedlichen Rhythmen - macht die
Rhythmisierung auch inhaltlich Sinn? Entscheidend
ist: Form und Inhalt eines Textes passen zueinander
und ergeben gemeinsam das berühmte "mehr als die
Summe seiner Teile".
Bild: Spaziergang - (c) by modellflieger / pixelio.de


